MEZ Crafts Germany GmbH

B2B-Shop für Wolle und Garne mit PWA-Storefront

MEZ Crafts ist ein Großhändler für Wolle, Garne, Nadeln und Handarbeitszubehör. Geschäftskunden – vom Fachgeschäft bis zum Online-Händler – bestellen über den B2B-Shop, der auf Schnellbestellung und effiziente Nachbestellung ausgelegt ist.

Als wir das Projekt übernommen haben, war die IT-Landschaft historisch gewachsen: ein Multi-Mandanten Magento-Shop, diverse Drupal-Websites, eine SAP-Anbindung und ein PIM-System auf Basis von Censhare. Unser Auftrag: alles konsolidieren, modernisieren und zukunftsfähig aufstellen.

Systemarchitektur: Shopware 6, JTL, ResourceSpace, EDI und Handelspartner


🔄 Konsolidierung: Magento und Drupal auf Shopware 6

Die Ausgangslage war typisch für gewachsene Unternehmen: mehrere Systeme, die über Jahre unabhängig voneinander entstanden waren. Ein Multi-Mandanten Magento-Shop für den B2B-Vertrieb und diverse Drupal-Seiten für Marken und Content. Die Systeme waren schwer wartbar, die Datenhaltung redundant und die Weiterentwicklung teuer. Mehr zum Thema Migration und Systemmodernisierung.

Konsolidierung: Von Magento und Drupal zu Shopware 6

Die gesamte Shop- und Content-Landschaft wurde in ein einheitliches Shopware 6 System zusammengeführt. Die verschiedenen Mandanten des Magento-Shops wurden in eine saubere Shopware-Struktur überführt, die Drupal-Inhalte integriert. Statt mehrerer Systeme mit überlappender Funktionalität gibt es jetzt eine Plattform, die zentral gepflegt wird.


📱 PWA-Storefront mit Offline-Nutzbarkeit

Der B2B-Shop wurde mit einer Progressive Web App (PWA) als Storefront ausgestattet. Für den Großhandel war das kein technischer Selbstzweck – Außendienstmitarbeiter und Einkäufer arbeiten regelmäßig in Umgebungen mit schlechter oder gar keiner Internetverbindung: auf Messen, in Lagerhallen, unterwegs.

Die PWA ermöglicht Offline-Nutzung. Produktkataloge und Warenkörbe sind auch ohne Verbindung verfügbar. Sobald die Verbindung wiederhergestellt ist, werden Änderungen synchronisiert.

Schnellbestellmaske – Ein zentrales Feature für B2B-Kunden. Händler bestellen regelmäßig dieselben Produkte in wechselnden Mengen. Die Schnellbestellmaske erlaubt es, Artikelnummern direkt einzugeben, Mengen anzupassen und den gesamten Warenkorb in Sekunden zusammenzustellen – ohne durch Kategorien und Produktseiten navigieren zu müssen.


🔗 SAP-Integration: Preise, Bestände, Aufträge

In der ersten Ausbaustufe wurde der Shop an das bestehende SAP-System angebunden. Die ERP-Integration umfasste die Synchronisation von Preisen, Lagerbeständen und Aufträgen. Kundenspezifische Preise aus SAP wurden in Echtzeit im Shop abgebildet, Bestellungen automatisch an SAP übergeben.


🗂️ PIM-Anbindung: Censhare HCMS

Produktdaten – Beschreibungen, Attribute, Bilder – wurden über das PIM-System Censhare verwaltet und über die Censhare HCMS-Schnittstelle in den Shop synchronisiert. Eine typische Systemintegration, bei der der Shop als Vertriebskanal dient und das PIM die Datenhoheit behält.


⚙️ Bedarfsorientierte Systemoptimierung

Nach der erfolgreichen Erstmigration und dem stabilen Betrieb folgte eine umfassende, bedarfsorientierte Optimierung der gesamten Systemlandschaft. Nicht alles auf einmal, sondern Schritt für Schritt – orientiert an den tatsächlichen Anforderungen des Geschäfts. Das Ergebnis: eine schlankere Architektur mit weniger Systemen, geringerem Wartungsaufwand und laufenden Kosteneinsparungen im hohen fünfstelligen Bereich pro Jahr.

Systemoptimierung: SAP, Censhare und Lobster abgelöst durch JTL, ResourceSpace und Managed Hosting

SAP → JTL – Das ERP-System wurde von SAP auf JTL umgestellt. Der Wechsel wurde durch veränderte Anforderungen und Kostenstruktur getrieben. Wir haben den Umstieg begleitet und neue Anbindungen zwischen JTL und Shopware geschaffen – Preise, Bestände, Aufträge, Kundendaten.

Censhare → JTL – Das PIM-System Censhare wurde komplett abgelöst. Produktdatenpflege und -synchronisation laufen jetzt über JTL. Das reduziert die Systemkomplexität erheblich – ein System weniger, das gewartet, lizenziert und betrieben werden muss.

Asset-Management über ResourceSpace – Für die Verwaltung von Produktbildern und Medien wurde ResourceSpace als Digital Asset Management eingeführt. Die Trennung von Produktdaten (JTL) und Medienverwaltung (ResourceSpace) sorgt für klare Zuständigkeiten.

AWS → Managed Hosting – Die gesamte Infrastruktur wurde von AWS in ein Managed Hosting überführt. Statt eigener Cloud-Administration mit wachsender Komplexität gibt es jetzt einen Hosting-Partner, der sich um Server, Updates und Verfügbarkeit kümmert – bei planbaren Kosten.


📡 EDI-Anbindung für den Einzelhandel

Ein wesentlicher Schritt war die Einführung einer EDI-Lösung, die zuvor über SAP und Lobster abgewickelt wurde. Mit dem Wechsel auf JTL musste auch der elektronische Datenaustausch mit Handelspartnern neu aufgebaut werden. Mehr zum Thema EDI-Integration.

EDI-Nachrichtenfluss: JTL, EDI-Middleware und Handelspartner

Die EDI-Anbindung verarbeitet den standardisierten Nachrichtenaustausch mit großen Handelspartnern über AS2-Protokoll. Wer tiefer in das Thema einsteigen möchte: in unserem Blog-Artikel zur EDI-Integration mit JTL erklären wir die technischen Hintergründe.

Eingehende Bestellungen (ORDERS) – Bestellungen von Handelspartnern werden automatisch entgegengenommen, validiert und in JTL als Aufträge angelegt. Kein manuelles Abtippen, keine Übertragungsfehler.

Rechnungen (INVOIC) – Rechnungsdaten werden automatisch im EDI-Format an die Handelspartner übermittelt. Die Integration stellt sicher, dass Rechnungsdaten exakt den Bestellungen und Lieferungen entsprechen.

Lieferavise (DESADV) – Handelspartner erhalten automatisch strukturierte Versandinformationen mit Angaben zu Packstücken, Mengen und Sendungsverfolgung.

Preiskataloge (PRICAT) – Aktuelle Preislisten und Artikeldaten werden elektronisch an Handelspartner übermittelt. Sortimentsänderungen, neue Artikel und Preisanpassungen erreichen die Partner ohne manuellen Aufwand.

Abverkaufsdaten (SLSRPT) – Verkaufszahlen der Handelspartner fließen zurück und ermöglichen eine datenbasierte Nachschubplanung.


📊 Projekt auf einen Blick

BrancheWolle, Garne, Handarbeitszubehör (Großhandel)
PlattformShopware 6 (Migration von Magento + Drupal)
StorefrontPWA mit Offline-Nutzung
ERPJTL (ursprünglich SAP)
PIMJTL (ursprünglich Censhare)
Asset-ManagementResourceSpace
EDIAS2 (ORDERS, INVOIC, DESADV, PRICAT, SLSRPT)
HostingManaged Hosting (ursprünglich AWS)
GeschäftsmodellB2B mit kundenspezifischen Preisen
BetreuungLangfristig, laufend

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